Chronik

 

"Fußball" ist das Zauberwort, das auch in Teuchatz seit Jahrzehnten die Gemüter bewegt. Die Nachkriegsgeneration wetteiferte - wer erinnerte sich nicht gerne daran auf der "Karleiten" um das runde Leder. Mit Gummistiefeln und "Steckentore" wurde die aufregensten Spiele absolviert. Der frühere Pfarrherr Georg Peter zeigte seine "Kerzen" dort und auch die Berufsschüler der Landwirtschaftsschule verbrachten ihre Pausen auf dieser schiefen Ebene, ebenso stand aber auch beim Turnunterricht der Volksschüler der Fußballsport an erster Stelle.

Unvergessen sind für die Jahrgänge 1938 bis 1948 die Dorfderbys auf den "Äggern" in Kalteneggolsfeld und Tiefenpölz . In Teuchatz wurden dann die größeren Spiele "auf der Trematz" ausgetragen, die einzige, einigermaßen ebene Ödfläche auf dem Hochjura.

Regelmäßig wurden z. B. bei Bittprozessionen Spiele der Jugendlichen bzw. Schüler gegen Nachbarote "ausgemacht".

Einen "Zehner" mußte im Mai 1965 für die erste Wettkampfkleidung hingelegt werden. Stolz präsentierte man dann sein Trikot (weißes Hemd mit roter Nummer) beim Premierenspiel auf dem Feuerstein vor zahlreichen Zuschauern. Gegner war Tiefenstürmig.

Von da an wurden weiter Auswärtsspiel ausgetragen. Freienfels, Eichenhüll, Neuhaus waren u. a. die Partner. Teuchatz alleine konnte mittlerweile den Spielerstamm nicht mehr garantieren.

Auswärtige wurden in die Mannschaft aufgenommen. Immer profimäßiger wurde das Spiel ........ nur eine geeignete Sportstätte fehlt im Ort.

 

Der Sportplatzbau

Der Gemeinderat von Teuchatz hatte ein Einsehen (obgleich "Sport" in der Bevölkerung damals noch etwas verpönt war: "...die sollen etwas arbeiten!). Durch Tausch und Ankauf erwarb die Gemeinde eine 1,4ha große Flasche im Ortsflur "Schwarzäcker". Bürgermeister Georg Lunz mußte schon viel Geld und Geduld aufbringen, um mit neun Grundstückseigentümern die notariellen Verträge auf den Tisch zu bringen.

1966 wurde das Sportfeld angelegt. Durch Hand- und Spanndienste half dabei die Teuchatzer Bevölkerung tatkräftig mit. Der Dorflehrer Michael Bayer fertigte die Planskizze, -zig Tonnen von Erdaushub mussten angefahren werden, um den Platz nivellieren zu können. Die Bauleitung hatte dabei die Tiefbauabteilung des Landratsamtes Bamberg inne. Über 23 000,-- DM musste die sehr finanzschwache Gemeinde noch aus eigener Tasche darauf zahlen. Es hatte sich aber gelohnt!

Den Spielbetrieb auf dem neuen Rasen eröffnete im Sommer 1967 die Katholische Landjugend (KLJB) Teuchatz mit einem Turnier. Teilnehmer waren die Pfarrjugend aus Gunzendorf, eine Dorfmannschaft aus Waizendorf und von der Stadt Bamberg kamen die "wunderburger", "St.Otto" und die "Zebras" von FV 1912. Es folgte dann ein Testspiel gegen einer Kreis - Lehrerelf vom Schulamtsbezirk Bamberg-Land.

Bei Vorbereitung und Durchführung fand die örtliche Landjugend Unterstützung durch die gesamte Dorfschaft. Dies war der Impuls für den damaligen Jugendleiter Jürgen Lunz eine Versammlung mit dem Ziel einer Vereinsgründung einzuberufen.

 

Gründung

Am Sonntag, den 7. April 1968 trafen sich vierundfünfzig Idealisten im Schulsaal der Landwirtschaftlichen Berufsschule, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der 1981 verstorbene Bürgermeister Georg Lunz konnte zahlreiche Gäste begrüßen, darunter auch seine Amtskollegen aus Kalteneggolsfeld, Oberngrub, Tiefenpölz, Lindach und Herzogenreuth. Der jetzt noch amtierenden BLSV-Vorsitzende Josef Pauser und Bezirksjugendleiter Hubert Dorsch vertraten mit dem bereits verstorbenen Schiedsrichterobmann Karl Perl die Interessen des Sports. Vom DJK Kreisverband war Rechtsanwalt Hanns Welsch, zusammen mit Dekan wich anwesend. Der damalige Stadtpfarrer von Kulmbach erklärte u.a.: "Jeder Sportler solle seinen Mann stellen, nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch im Leben und in der Kirche."

Nach der Wahl einer provisorischen Vorstandschaft gab es eine Diskussion bei der Namensgebung. Mit ihrem gemeinsamen Vorschlag DJK "Seigelstein" konnten sich aber die Bürgermeister nicht gegen den lautstarken Protest der Jugendlichen durchsetzen, die auf den schon eingebürgerten Namen "Rotweiß" bestanden. Als Alternative, wurde der bloße DJK-Namen vorgeschlagen. Drei Wochen später wurde bei der 1. ordentlichen Generalversammlung mit Neuwahlen und Satzungsgebung der Vereinsname DJK ohne Gegenstimme angenommen.

Ein langersehnter Wunsch der Sportjugend ging somit in Erfüllung: Die DJK TEUCHATZ wurde als 111. - für wahr ein Gutes Omen - Sportverein im Spielkreis Bamberg aus der Taufe gehoben-

 

Vereinheim "Schule"

Vor 100 Jahren, am 1. November 1893, wurde das auffallende Sandsteingebäude unterhalb der Dorfkirche eingeweiht. Es war einmal das Lehrerwohnhaus mit einem Klassenzimmer für die einklassige Volksschule im Seitentrakt. Schon 1964 wurde dieser Raum als Jugendheim umfunktioniert und eben darin hielt man bis 1982 die Spielersitzungen ab. Dahinter besaß der Dorfschulmeister auch einen Stall. Bereits 1969 wurden in diese Stallungen Dusch- und Umkleideräume eingerichtet. Damit # hatte die DJK Teuchatz als erster Verein in der Region, selbst noch früher als der SC Heiligenstadt, eine "moderne" Umkleidemöglichkeit. In einer viel beachteten Einweihungsrede am 15. März 1970 lobte der Bundestagsabgeordnete Paul Röhner die Opferbereitschaft und das Engagement des Vereins.

Nach der Schulreform 1975 blieb dann auch die "neue" Schule unbenutzt. Die Teuchatzer Schulkinder besuchen von da an die Verbandschule in Heiligenstadt. 1982 überließ die Marktgemeinde Heiligenstadt den ganzen Gebäudekomplex dem Verein. Nach zahlreichen und langwierigen Umbauten konnte ab 1983 ein Saal, sowie Dusch- und Toilettenräume genutzt werden. 1987 wurde das Dach neu eingedeckt und im Frühjahr 1988 der Clubraum im Untergeschoß fertiggestellt. Sämtliche Arbeiten schafften die Mitglieder der DJK.

Im Rahmen der Dorferneuerung wurde 1994 das Umfeld neu gestaltet und im bereits verwilderten Obstgarten ein anspruchsvoller Kinderspielplatz errichtet.

Nicht als Sportgaststätte im herkömmlichen Sinn, sondern eher als Gemeinschafts- und Bürgerhaus wird das Sportlerheim genutzt. Teuchatzer können hier zur Wahl gehen, Kirche und Verbände Versammlungen abhalten. Hochzeiter und Kommunionkinder feiern.

Die erstmalige Nutzung erfolgte übrigens am 12. März 1988 anläßlich des 16. Diözesanverbandstages der DJK. 34 Vereine schickten ihre Vertreter und alle Gäste zeigten sich überrascht von der Leistungskraft. Einem Dorfverein in dieser Größe hätte man dies anscheinend nicht zugetraut!

 

Sportplatz

Nachdem der Gemeinderat von Teuchatz den Sportplatz der DJK überließ, halfen viele Mitglieder bei der Spielgerechten Ausstattung ihres "Jurastadions". Sie setzten zunächst die Schranken, stellten die Beleuchtungsmasten und bauten eine kleinen Geräteschuppen. Hinter beiden Toren installierten Helfer die Fangnetze. Zwischenzeitlich ermöglichte der Freistaat Bayern mit hohem Zuschuß den Ausbau der Fläche vor dem Sportgelände als Freizeit-Parkfläche und "bezuschusste" diese Maßnahme aus dem Programm "Freizeit und Erholung". Die Marktgemeinde kassierte zwar das Geld, erfüllte aber, außer der Hangbepflanzung, die vorgesehene Planung nicht. Später wurden Stromaggregat. Rasenmäher und Kleinfeldtore erworben.

Natürlich wurde der Platz, abwohl Gemeindeeigentum, andauernd von Vereinshelfern instandgesetzt und gepflegt. So verlegte man im Jahre 1987 eine Drainage und säte den Platz neu an. Als Ausweichplatz wurde vom Landwirt Adelhardt eine Wiese angemietet.

Trotz verschiedener Zusagen seitens der Komunalpolitiker, einen zweiten Sportplatz zu bekommen, wurde der wünsch nicht erfüllt. Jetzt im Jubiläumsjahr entdeckt man endlich "ein Licht im Tunnel": im Rahmen der Flurbereinigung wurde von der Marktgemeinde Heiligenstadt eine mögliche Fläche erworben. Obgleich der Vorstandschaft die Realisie- und Finazierung Sorgen bereiten, laufen zur Zeit Planungsgespräche. Man setzt einfach auf positive Entscheidungen.

Am Anfang waren sie "Kanonenfutter"!

Trotzdem wurde gefiebert und gefeiert, und als schließlich dem haushohen Favoriten Zapfendorf an der Herbstkichweih 1969 ein Punkt abgetrotz wurde, da wackelte alles.......

Lehrgeld mußte die Gründungsmannschaft zahlen. Mit Helmut Bittel, Hans Göller und später Pankraz Kraus waren nur wenig erfahrene Spieler im Angebot. Aber trotzdem kämpften sie, der Raab(en) Andreas, der Klapp-Johann (Handwerker), der James (Fuchs), zusammen mit dem ewig jungen Spielleiter Michael Fuchs. Trainer war der Kalteneggolsfelder Lehrer Günter Beck. Im Juli 1970 brachte ein wichtiger Sieg gegen die BSC Bamberg neue Begeisterung in die Mannschaft. Diese trainierte zwischenzeitlich Helmut Volkert, ein früherer Zweitligaspieler vom 1. FC Bamberg. Der leider früh verstorbene Peter Fuchs brachte mit den Gebrüdern Loch aus Herzogenreuth und mit Eduard Göller frischen Wind. Letzterer stammt aus dem Fußballerdorf Lindach (ebenso die späteren Aktiven Gerhard Kraus, Michael Stöcklein u. e. m. ) und vertrat den Verein als 1. Auswahlspieler auf Kreisebene. Auch der "Grund" eroberte den Berg: Immer mehr Anhänger aus Zeegendorf wurden ins "Jurastadion" gelockt, um die Leistungen ihrer Einheimischen Alfons Bauer und Heinz Poschet zu bestaunen. Etwas später stieß Ernst Erma zur Mannschaft, der als Klassetorhüter von vielen Vereinen umworben wurde.

Mit Heinrich Lottes, einem früheren Aktiven der "Phönix" Buttenheim, bekam dann die Mannschaft im Sommer 1972 einen einheimischen Übungsleiter, der den "Rheinischen " Günter Ostermann ablöste. Durch kluge Trainigsarbeit formte er eine Mannschaft, die ab jetzt immer im oberen Tabellendrittel mitkämpfte. Bis 1973 bestimmte auch Helmut "Motthes" Bittel die sportlichen Geschicke in seiner verantwortungsvollen Aufgabe als Spielleiter seit der Vereinsgründung mit. Im gleichen Jahr musste Hans Göller wegen einer Sportverletzung über ein Vierteljahr im Bamberger Krankenhaus liegen.

Mit großen Erfolg wurde die Saison 1976/77 abgeschlossen: Die 1. Mannschaft belegte hinter Kleukheim den 2. Platz, verlor dann aber das Aufstiegsspiel gegen Gunzendorf. Der erfolgreiche Trainer Lottes trat nach fünfjähriger Tätigkeit am Schluss dieser Saison zurück. Ein (zum erstenmal bezahlter) B-Schein-Inhaber trat seine Nachfolger an. Tatsächlich wurde die Mannschaft 1977/78 C-Klassenmeister, konnte aber mit dem gleichen Trainer Georg Hanft aus Strullendorf in der darauffolgenden Saison den Abstieg aus der B-Klasse nicht verhindern.

Dem Hoch folgt meist ein Tief! Nach dem sportlichen Abstieg war ein Neuanfang nötig. Zuviele Altstars hörten auf und selbst im Trainigsbereich gab es ein Durcheinander. Der frühere Trainer Lottes versuchte es noch einmal für eine Saison, dann leitete Spielleiter Rudi Schlaug höchstpersönlich den Trainingsbetrieb, bis wieder für teueres Geld ein Trainer geholt wurde. Und selbst der Trainerassistent von Jahn Forchheim, Georg Briefling konnte den Verein aus der unteren Tabellenzone nicht herausholen.

Die Spieler gestalteten nun einige Zeit ihr Training eigenverantwortlich, nachdem Pankraz Kraus aus beruflichen Gründen dieser freiwilligen Verpflichtung nicht mehr nachkommen konnte.

Nach einigen Spielzeiten mit Mittelfeldplätzen tastete sich die Mannschaft wieder an die Tabellenspitze heran. Jetzt trug wieder die gute Jugendarbeit der DJK ihre Früchte. Mit einer Mannschaft, die ausschließlich aus ehemaligen Jugendspielern der DJK bestand, wurde in der Saison 1983/84 erneut die Meisterschaft errungen. Bemerkenswert ist sicherlich, dass der erfolgreiche Trainer Alfons Bauer ebenfals ein früherer Vereinsjugendspieler war.

Und wieder konnte die Klasse nicht gehalten werden. Zum Schluss fehlten wieder zwei Punkte, der Weg in die C-Klasse musste erneut angetreten werden.

Nachdem auch das "DJK-Eigengewächs" Eduard Loch die eigentlich erfolgreiche Trainerarbeit wegen privater Gründe aufgab, begann 1986 die Trainersuche. Trotz akademischer Ausbildung blieb die engagierte Anstrengung von Erwin Dormann ohne Erfolg. In der Jahreshauptversammlung 1988 bedauerte Vorstand Weitzer " den sportlichen Niedergang der ersten Mannschaft"; obgleich die Reserve, unter der Regie von Bernhard Schick im Spieljahr 1987/88, 1989/90 und 1990/91 die Meisterschaft holte. Nicht die Arbeit des Trainers, sondern die wirtschaftliche Situation zwang im November 1988 den Verein zu einer Vertragsauflösung mit dem "Halbtiefenpölzer" Roland Binger aus Erlangen. In der restlichen Spielsaison zogen dann die aktiven Spieler Hans Schick, Bernhard Schick und Alfred Vogel die Fäden. Zum erstenmal wurde für das Spieljahr 1989/90 ein Spielertrainer verpflichtet, der aber auch dann vorzeitig entlassen wurde. Frischen Wind bracht dann endlich Franz Mohnkorn in den Spielbetrieb. Nur knapp wurde in den letzten beiden Spieljahren der B-Klassenaufstieg verpasst. Die idealistische Einstellung des jetzigen Trainer, der selbst in der A. H.-Mannschaft mitwirkt, aber auch Stimmung und Gemeinschaftsgeist lassen bestimmt hoffen....

Zurück zur Nachwuchsarbeit bei der DJK. Dass die meisten Fußballer der Gründungsjugend bald in der ersten Mannschaft mitspielten, machte sich dort, wie bereits angesprochen, bemerkbar. Höhepunkte der Jugendarbeit waren die Paul-Röhner-Jugendturniere von 1969 bis 1972. 1978 erkannte man die Notwendigkeit, den Nachwuchs noch früher zu aktivieren und schuf die Schülerabteilung. Die Bambinos wurden noch im folgenden Jahr Viezemeister. Später errang eine D7- Schülermannschaft gegen starke Gegner die Meisterschaft in ihrer Gruppe (1988). Im Jubiläumsjahr holte sich eben die C-Jugend den Kreismeistertitel 1993 mit 36:4 Punkten und 106:24 Toren.

Jugendarbeit, die zur Zeit mit vier Mannschaften intensiv im Verein gefördert wird kann aber nicht nur Streben nach Punkten und Titeln sein. Sie beinhaltet einen umfassenden Erziehungsauftrag, der nicht ohne Kooperation mit dem Elternhaus zu verwirktlichen ist

Seit 1980 gibt es eine "Altherrenmannschaft". Nach Startschwierigkeiten, vor allen Personalmangel, läuft der Spielbetrieb jetzt reibungslos. Gerade diese Mannschaft muss als Botschafter des Vereins angesehen werden, spielt sie doch gegen Gegner, die nicht unserem Spielkreis angehören. Kameradschaft und Geselligkeit stehen im Mittelpunkt, ohne jedoch den nötigen Ehrgeiz im Spiel vermissen zu lassen.

Auch bei verschiedenen Turnieren waren die Mannschaften der DJK erfolgreich. Ein randvoll gefüllter Pokalschrank zeugt davon.

Zur Bedeutung der Sportvereine meinte 1971 der damalige MdB und jetziger Oberbürgermeister von Bamberg Paul Röhner bei einer Siegerehrung: "Der Sportverein soll eine ständige Übungsstätte für das Hineinwachsen in Aufgaben des Lebens und in Verantwortung, für Engagement und für Toleranz sein." Im Sport selbst werden Qualitäten wie Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und Selbstmotivation entwickelt und gestärkt.